Die Bayern 07 Wasserspringer springen für den Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde
29.04.2010, 17 Uhr, süd.stadt.bad. Es fällt der Startschuss zu einem Vorhaben – der Startschuss für 48 Stunden Wahnsinn.
20 Bayern 07 Springerinnen und Springer im Alter zwischen 9 und 50 Jahren wollen in den nächsten 2 Tagen mindestens 10 000 mal ins Wasser springen. Aus 3 Metern und mit dem Kopf voran.
Nach Pressekonferenz und Opening sticht Karsan um 17 Uhr den ersten Sprung in die 28 Grad warme Sprunggrube des Nürnberger süd.stadt.bades. Die bereits zahlreich anwesenden Gäste, Herr Friedmann und Frau Haumberger von der Bäderverwaltung sowie Kamerateams von Franken TV, Nordbayern-Online und ZDF freuten sich mit ihm auf die kommenden 48 Stunden.
Bereits im Vorfeld hat der gemeinsam mit nürnberg.bad geplante Event für ziemlichen Wirbel in der regionalen Presse gesorgt. Noch am Morgen waren Jörg Wolff und ich zum Liveinterview bei 3 lokalen Radiosendern zu Gast. Auch NN und NZ hatten bereits vom ersten Probetraining jeweils halbseitige Artikel gedruckt und standen auch jetzt mit Fotografen und Redakteuren am Beckenrand.
Die Organisation gemeinsam mit der Bäderverwaltung – ein besonderer Dank für die tolle Zusammenarbeit gilt Frau Manuela Haumberger – hatte es Möglich gemacht ein Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen, welches in dieser Form einmalig war. Neben unserem Guinness-Rekord Versuch standen so noch die erste Nürnberger Arschbombenmeisterschaft, die erste Nürnberger Speedrutschen Meisterschaft, Livemusik, Feuershow, Kanupolo, zwei Vorführungen unserer Norisnixen und ein umfangreiches Animationsprogramm auf dem Zweitagesprogramm.

Karsan schwamm zurück an den Beckenrand und stieg aus dem Wasser. Der nächste Springer stand bereits an der Brettkante und sprangt ab. “So geht das jetzt die nächsten 48 Stunden“, versicherte Robert in das Franken TV – Mikro.
Sechs Teams mit jeweils drei Wasserspringern hatten in Schichten von einmal drei Stunden und zweimal zweieinhalb Stunden die stolze Zahl von mindestens 10 000 Kopfsprüngen in Angriff genommen.
Bereits um 19 Uhr am Freitag Abend waren die ersten 700 Sprünge geschafft. Das Publikum feierte schon jetzt jeden Sprung in Richtung einer runden Zahl mit einer improvisierten Laolawelle.
„Die Nächte werden hart, dann, wenn das Bad leer ist und du nur noch zu dritt in der Schwimmhalle bist, fängt das Ganze an monoton zu werden“, habe ich noch bei der Pressekonferenz erzählt. Doch: so kam es nicht! Die ganze Nacht lang war jeder, der nicht gerade schlief oder aß, am Beckenrand um seine Kollegen zu unterstützen. So feierten wir gemeinsam, um genau 7:59 Uhr, den 4444sten von Team E absolvierten Sprung.
Mit Beginn des Rahmenprogrammes und dem Vorwettkampf der Arschbomben-Springer am frühen Nachmittag war jetzt richtig was geboten. Auch hatten unsere Springer dabei einen Vorteil: sie konnten die Norisnixenshow von oben genießen.
Kurz vor der Feuershow um 21:30 Uhr zeigte der Sprungzähler bereits 8000 Sprünge.
„14 000 schaffen wir“: bläst Frank mit sichtlich aufgedunsenem Rotbäckenlächeln in ein
eilig hingehaltenes Mikrofon.

Dann kam die zweite Nacht. Dann kam 4:12 Uhr. Dann kam Sprung 10 000! Team A hatte die Ehre der bisherigen Gemeinschaftsleistung ein neues Ziel zu geben.
Bisher lief alles unvorstellbar gut. Roman Stich hatte noch um 23:30 Uhr seinen Sohn angerufen und uns Musik für die Nacht organisiert. Detlef Rohmann war, obwohl er am nächsten Morgen das Pulverseebad
eröffnen musste, bis fast drei Uhr am Beckenrand gesessen um gegebenenfalls erste Hilfe leisten zu können. Jürgen Schirl und Renate Schaller waren gemeinsam mit Freunden ebenfalls bis spät in die Nacht vor Ort. Überhaupt war die Unterstützung durch den Hauptverein ein nicht zu unterschätzender Faktor des Erfolges. Und wir hatten noch fast 13 Stunden vor uns.
Am Sonntagvormittag stand das Weißwurstfrühstück auf dem Programm. Gemeinsam mit der Noris Swing Band, die den passenden musikalischen Rahmen schaffte, konnten wir hier Prominenz und Sponsoren herzlich willkommen heißen. Neben vielen lokalen Größen kam auch Nürnbergs 2. Bürgermeister Horst Förther auf eine Stippvisite vorbei.
Während auf dem Display mittlerweile die 12 an der tausender Stelle stand, begann am Nachmittag vor der zweiten Show unserer Nixen der Endkampf um die Kronen für die ersten Nürnberger Arschbombenmeister. Diese gewann schließlich bei den Kindern bis 14 Jahren die erst 7 jährige Patrizia Kraus und bei den Jugendlichen Florian Pol (15) mit einem 3fachen Rückwärtssalto als Siegersprung.
16 Uhr. 13987 Sprünge. Was dann kam, war nicht nur unglaublich, sondern ein ganz besonders Beispiel für Gruppendynamik: Alle 20 Springer begannen nun, nach 47 Stunden Schwerstarbeit, in zwei Zehnergruppen immer jeweils 10 Minuten Vollgas zu geben. Die Franken TV-Moderatorin hat es, wie man es passender nicht könnte, als „Projekt 15 000“ beschrieben.
„Jetzt wollen wir die 1000 Sprünge in der letzten Stunde und somit die 15 000 schaffen“: gibt Thomas ein kurzes Interview und reiht sich sofort wieder in die Springerschlange ein.

Und klar – dieses Team hat es geschafft. In einem Endspurt, der für alle wohl auch wegen seiner Emotionalität immer im Gedächtnis haften bleiben wird, wurden noch mal alle Kräfte mobilisiert. Um 17 Uhr federt das Brett zum letzten Mal - zum 15 056sten Mal.
“Es ist nicht entscheidend was man tut, es ist entscheidend wie man es tut”: gratuliert der sichtlich beeindruckte Jörg Wolff seinen Wasserspringern.
Und wir sagen Danke!
An die Mitarbeiter des süd.stadt.bades, dem Planungsteam bei der Nürnberger Bäderverwaltung, der Bayern 07 Vorstandschaft, Andrea Troidl für Fotos und Film, Herrn Tsolakidis für das leckere Abendessen am Samstag, der Nürnberger Presse für die super Zusammenarbeit und allen, die uns in den 48 Stunden unterstützt haben.
Weitere Infos, alle Presseberichte, die Filmbeiträgen von ZDF, Franken-TV und Nordbayern-Online sowie unseren eigenen fast 60 minütigen Film findet Ihr
hier.
(Jürgen Krey)